Neozoa (Makrozoobenthos) in den

deutschen Gewässern

- Eine Einführung -

 

 

 

Die Artenzusammensetzung von Ökosystemen unterliegt einem ständigen Wandel. So treten Arten häufig aufgrund natürlicher Arealfluktuationen mit Erweiterung der Grenzen ihres Kernareals unerwartet in neuen Gebieten auf. Besondere Beachtung finden zunehmend Funde von Arten, die seit 1492 (Entdeckung Amerikas durch Kolumbus, Beginn des globalen Handels) unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein ihnen zuvor nicht zugängliches Gebiet gelangt sind. Falls es Tiere sind, werden sie im Allgemeinen als Neozoon / Neozoa (Neozoe / Neozoen) bezeichnet, Pflanzen entsprechend als Neophyton / Neophyta (Neophyt / Neophyten). Es gibt aber eine Vielzahl weiterer Begriffe, die Anwendung finden (Aliens, Exoten, nicht-heimisch, gebietsfremd etc.).

Neobiota sind heute allgegenwärtig und ihre Thematik ist sehr komplex und teilweise durch emotional geprägte Wahrnehmung beeinflusst.  Die kurze Einführung am Beispiel der in unsere Gewässer (Binnen, Nord- und Ostsee) anthropogen eingeschleppten Arten des Makrozoobenthos soll daher vor allem Interesse an einer erst in den letzten Jahren zunehmend Beachtung findenden Forschungsrichtung wecken.  Am Ende der Seite werden zur Vertiefung spezifischer Fragestellungen ausgewählte wissenschaftliche Aufsätze über Neobiota zum Download angeboten sowie eine Kontaktadresse für weitere Informationen gegeben.

 

INFO: Eine Übersicht über alle Neobiota unserer Gewässer findet sich bei www.aquatic-aliens.de.

 

DIE BIODIVERSITÄT

Der weltweit beobachtete nachhaltige Rückgang an biologischer Vielfalt ist eine Bedrohung der Lebensmöglichkeiten und hat dazu geführt, dass Biodiversität in den letzten Jahren zu einem wichtigen Feld der internationalen Umweltpolitik geworden ist. Im Jahre 1993 hat die Bundesrepublik Deutschland das „Übereinkommen zur Biologischen Vielfalt“ (Biodiversitätskonvention der UN-Konferenz von Rio de Janeiro 1992, CBD) ratifiziert. Um den Bemühungen zur Erhaltung der Biodiversität aber eine Grundlage zu geben, sind Aussagen über den Stand, die Verteilung und die möglicherweise bedrohlichen Veränderungen der Vielfalt unabdingbar.

Trotz der verstärkten deskriptiven Erfassung von Arten seit dem 18. Jahrhundert ist das genaue Ausmaß der Diversität des Lebens immer noch ungeklärt. Die Erfassung des Arteninventars und der Klärung der Verwandtschaftsbeziehungen   zwischen  diesen   stellt  bis heute die Basis dar, um Biodiversität beschreiben und Erkenntnisse zu ihrer Erhaltung gewinnen zu können. Wesentlich für die Beurteilung bzw. Bewertung von ermittelter Artenvielfalt eines Lebensraumes im Hinblick auf Erhaltungs- und Schutzwürdigkeit ist die Herkunft jeder einzelnen Art. Dabei ist zwischen natürlich vorkommenden und bewusst oder unbewusst durch Aktivitäten des Menschen etablierten Arten zu differenzieren. Letztere führen auf der einen Seite zu einer „Scheindiversität“, aber auf der anderen Seite zur Homogenisierung früher getrennter Biozönosen und damit auch auf globaler Ebene zu einem Biodiversitätsverlust. Umfassende Kenntnisse über das Vorkommen fremder Arten sind also für eine Beurteilung der Biodiversität unabdingbar.

 

NEOZOA (MAKROZOOBENTHOS) IN DEN DEUTSCHEN GEWÄSSERN

Herkunft und Verbreitung

Potenzielle Herkunftsgebiete für in die Gewässer integrierbare Organismen sind vor allem durch vergleichbare Umweltbedingungen gekennzeichnet. Deutschland gehört zur kühlgemäßigten Zone mit  größtenteils subozeanischen Klima. Vergleichbare Bedingungen liegen teilweise auch in den kühlgemäßigten Regionen der Pontokaspis sowie an den Küsten Süd- und Nordamerikas, Japans, Tasmaniens und Neuseelands vor. Die überwiegende Mehrzahl der Neobiota hat aber aufgrund mangelnder Anpassungsfähigkeit an die neuen Umweltbedingungen keine Überlebenschancen.  In den Gewässern kommen vor allem neben dem Sauerstoffgehalt, der Temperatur, der chemischen Belastung und dem Ausbau zur Wasserstraße mit all seinen Konsequenzen noch ergänzend wechselnde Wasserstände und speziell an der Küste die Ausbildung einer Vermischungszone zwischen Meer- und Süßwasser hinzu (Bild 1). Da schon ein einzelner Faktor für sich allein verbreitungslimitierend wirken kann, besitzen hier v.a. Ubiquisten die größte Chance zur Etablierung. So sind auch unter den in den deutschen Gewässern etablierten gebietsfremden Arten zum großen Teil konkurrenzstarke und euryöke Arten vertreten.

 

Bild 1: Der Rhein - Anzahl / Anteil heimischer und gebietsfremder Arten des Makrozoobenthos und Entwicklung des Sauerstoffgehaltes (aus Nehring 2003).

 

Unter den aquatischen Tier- und Pflanzengruppen stellt die größte Gruppe mit aktuell insgesamt 77 eingeschleppten Arten das Makrozoobenthos dar (Tabelle 1, Stand: Februar 2011), dessen wissenschaftliche Dokumentation auch am umfassendsten ist. Die deutsche Nordseeküste und die angrenzenden Brackgewässer besiedeln heute  dauerhaft 33 gebietsfremde Arten, von denen einige Arten auch Massenvorkommen ausbilden (z.B. die Scheidenmuschel Ensis americanus). Ihr Anteil an der Gesamtartenzahl des Makrozoobenthos liegt zwischen 1 bis 20%. 15 dieser Arten werden auch an der Ostseeküste regelmäßig und teilweise ebenfalls in hohen Abundanzen gefunden, ergänzt um die aktuell eingeschleppten Flohkrebse Pontogammarus robustoides und Melita nitida. Hier beträgt ihr Anteil an der Fauna ca. 3%. Anhand von subfossilen Funden vermutet man, dass schon um das Jahr 1000 die nordamerikanische Sandklaffmuschel (Mya arenaria) durch die Wikinger in Nord- und Ostsee eingeschleppt wurde. Da der Einschleppungszeitpunkt vor 1492 liegt, spricht man bei solchen Arten von Archäobiota. Teilweise werden solche Arten auch in Auflistungen von gebietsfremden Arten mit aufgeführt. Die meisten gebietsfremden Makroinvertebraten finden sich in den Binnengewässern. Insgesamt konnten hier bisher 52 eingeschleppte Arten als etabliert nachgewiesen werden, die vor allem aus dem pontokaspischen Raum stammen. Die meisten Arten haben vor allem in den Binnenwasserstraßen dauerhafte Populationen ausgebildet, wo ihr Anteil an der Gesamtartenzahl bis zu 18% betragen kann (Bild 1).

 

Tabelle 1: Seit 1492 etablierte Neozoa im Makrozoobenthos der deutschen Binnengewässer, der Nord- und der Ostseeküste (Stand: Februar 2011).

Status - X eine invasive Art, die Ökosysteme, Habitate oder Arten gefährdet (sensu CBD);

Herkunft - bekanntes oder vermutetes Herkunftsgebiet;

Vektor - bekannter oder vermuteter Einschleppungsvektor;

Erstfund - Erstfund oder vermuteter Zeitpunkt der Einschleppung;

Verbreitung - lokale Vorkommen (+), regionale Vorkommen (++), allgemein verbreitet (+++).

Taxon

Status

Herkunft

Vektor

Erstfund

Verbreitung

 

 

 

 

 

Binnen-

gewässer

Nordsee

Ostsee

Porifera

 

 

 

 

 

 

 

Eunapius carteri

 

Afrika / Asien

Aussetzung

1993

+

 

 

Hydrozoa

 

 

 

 

 

 

 

Bimeria franciscana

 

? Indo-Pazifik

Seeschiff

1952

 

+

 

Cordylophora caspia

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1858

+++

++

++

Craspedacustra sowerbyi

 

O Asien

Aussetzung

1923

++

 

 

Nemopsis bachei

 

W Atlantik

Seeschiff

1942

 

+

 

Anthozoa

 

 

 

 

 

 

 

Diadumene cincta

 

Pazifik

Aquakulturprodukt

1928

 

+

 

Bivalvia

 

 

 

 

 

 

 

Congeria leucophaeta

 

O Atlantik

Seeschiff

1928

+

+

+

Corbicula fluminalis

X

O Asien

Seeschiff

1984

++

++

 

Corbicula fluminea

X

Asien

Seeschiff

1987

++

 

 

Crassostrea gigas

X

Pazifik

Aquakulturprodukt

1984

 

+++

 

Dreissena polymorpha

X

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1824

+++

+

++

Dreissena rostriformis bugensis

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

2007

+

 

 

Ensis americanus

X

W Atlantik

Seeschiff

1979

 

+++

++

Musculium transversum   N Amerika Aussetzung 1993

+

   

Petricola pholadiformis

 

W Atlantik

Aquakulturprodukt

1896

 

+++

+

Sinanodonta woodiana   O Asien Aussetzung 1999

+

   

Teredo navalis

X

Indo-Pazifik

Seeschiff

<1800

 

+

++

Unio mancus

 

S Europa

Kanal, Binnenschiff

um 1922

+

 

 

Gastropoda

 

 

 

 

 

 

 

Crepidula fornicata

 

W Atlantik

Aquakulturprodukt

1934

 

+++

 

Emmericia patula   S Europa Aussetzung 1960

+

   

Gyraulus chinensis

 

O Asien

Aussetzung

1985

+

 

 

Gyraulus parvus

 

N Amerika

Aussetzung

1981

+

 

 

Lithoglyphus naticoides

 

O Europa

Kanal, Binnenschiff

1883

++

 

 

Menetus dilatatus

 

N Amerika

Aussetzung

1980

+

 

 

Physella acuta

 

SW Europa

Aussetzung

1904

+++

 

 

Physella heterostropha

 

N Amerika

Aussetzung

um 1983

+

 

 

Planorbella duryi

 

N Amerika

Aussetzung

1980er

+

 

 

Potamopyrgus antipodarum

 

S Pazifik

Seeschiff

1900

+++

++

++

Viviparus ater

 

S Europa

Kanal, Binnenschiff

1980

+

 

 

Platyhelminthes

 

 

 

 

 

 

 

Dendrocoelum romanodanubiale

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1992

+

 

 

Dugesia tigrina

 

N Amerika

Aussetzung

1931

+++

 

 

Kamptozoa

 

 

 

 

 

 

 

Urnatella gracilis

 

N Amerika

Seeschiff

1960

+

 

 

Oligochaeta

 

 

 

 

 

 

 

Branchiura sowerbyi

 

S Asien

Aussetzung

1959

++

 

 

Polychaeta

 

 

 

 

 

 

 

Ficopomatus enigmaticus

 

S Pazifik

Seeschiff

1975

 

+

 

Hypania invalida

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1995

++

 

 

Marenzelleria neglecta

X

W Atlantik

Seeschiff

1985

 

++

+++

Marenzelleria viridis

X

N Atlantic

Seeschiff

1983

 

++

 +

Crustacea

 

 

 

 

 

 

 

Astacus leptodactylus

 

Pontokaspis

Aussetzung

1910er

++

 

 

Atyaëphyra desmaresti

 

Mittelmeer

Kanal

1932

++

 

 

Balanus improvisus

 

W Atlantik

Seeschiff

1858

 

+++

+++

Caprella mutica

 

Pazifik

Seeschiff  (?)

2004

 

+

 

Corophium curvispinum

X

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1912

+++

+

+

Corophium robustum

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

2002

+

 

 

Corophium sextonae

 

S Pazifik

Seeschiff

1997

 

+

 

Crangonyx pseudogracilis

 

N Amerika

Aussetzung

1992

+

 

 

Dikerogammarus haemobaphes

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1993

++

 

 

Dikerogammarus villosus

X

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1995

++

 

 

Echinogammarus berilloni

 

Mittelmeer

Kanal, Binnenschiff

1924

+

 

 

Echinogammarus ischnus

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1977

++

 

 

Echinogammarus trichiatus

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

2000

+

 

 

Elminius modestus

 

S Pazifik

Seeschiff

1953

 

+++

 

Eriocheir sinensis

X

N Pazifik

Seeschiff

1912

+++

++

++

Gammarus tigrinus

 

W Atlantik

Aussetzung

1957

+++

++

+

Hemigrapsus sanguineus

 

Asien

Aquakulturprodukt

2006

 

++

 

Hemigrapsus cf. takanoi

 

Asien

Aquakulturprodukt

2007

 

++

 

Hemimysis anomala

 

Pontokaspis

Kanal

1997

+

 

 

Jaera istri

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1995

++

 

 

Limnomysis benedeni

 

Pontokaspis

Kanal

1997

+

 

 

Melita nitida

 

W Atlantik

Seeschiff

2008

 

 

Obesogammarus crassus

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

2004

+

 

 

Obesogammarus obesus

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

2004

+

 

 

Orchestia cavimana  

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1920

+++

   

Orconectes immunis

X

N Amerika

Aussetzung

1993

+

 

 

Orconectes limosus

X

N Amerika

Aussetzung

1890

+++

 

 

Pacifastacus leniusculus

X

N Amerika

Aussetzung

1980er

+

 

 

Palaemon macrodactylus   Asien Seeschiff 2004  

+

 

Pontogammarus robustoides

 

Pontokaspis

Kanal, Binnenschiff

1991

+

 

+

Proasellus coxalis

 

Mittelmeer

Kanal, Binnenschiff

um 1931

++

+

 

Proasellus meridianus

 

W Europa

Kanal, Binnenschiff

um 1930

++

 

 

Procambarus clarkii

 X

N Amerika

Aussetzung

1990er

+

 

 

Rhithropanopeus harrisii

 

W Atlantik

Seeschiff

1936

 

++

++

Sinelobus stanfordii

 

? Pazifik

Seeschiff

2009

 

+

 

Bryozoa

 

 

 

 

 

 

 

Pectinatella magnifica

 

N Amerika

Seeschiff

1883

+

 

 

Tricellaria inopinata

 

Pazifik

Aquakulturprodukt

2009

 

 

Victorella pavida

 

? Indo-Pazifik

Seeschiff

1911

 

+

 

Ascidiacea

 

 

 

 

 

 

 

Styela clava

 

N Pazifik

Seeschiff

1997

 

+

 

Insekta

 

 

 

 

 

 

 

Telmatogeton japonicas

 

Pazifik

Seeschiff

1962

 

+

 +

 77

 

 

 

 

52

33

17

Hinweis: Eine pontokaspische Art wird erst als Neozoon für Deutschland geführt, wenn die Art die europäische Hauptwasserscheide zwischen Donau und Rhein überbrückt hat.

 

In eigener Sache:

Eine Tabelle über alle etablierten Neozoa im Makrozoobenthos der deutschen Gewässer ist wahrscheinlich bei der Erstellung schon 'veraltet', da täglich Organismen aus anderen Ländern uns ereichen. Sicherlich können sich nur die wenigsten dauerhaft etablieren. Bis diese dann überhaupt entdeckt werden, können jedoch Jahre vergehen. Und bis dann der Fund publiziert ist, wenn überhaupt, vergeht weitere Zeit.

Sie sind im Besitz weiterer Informationen, die bisher noch nicht Berücksichtigung in der Tabelle gefunden haben? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen würden. Meine Adresse etc. finden Sie weiter unten. Ich freue mich.

 

 

Die Schifffahrt - Einschleppungsvektor Nr. 1

Der mit Abstand wichtigste Transportvektor für die bisher in deutschen Gewässern etablierten gebietsfremden Makroinvertebraten ist die Schifffahrt. Bis heute wurden 50 Makrozoobenthos-Arten entweder mit der interkontinentalen Seeschifffahrt oder mit der Binnenschifffahrt bzw. speziell durch die während der letzten Jahrhunderte gebauten Kanäle, die die natürlichen Verbreitungsbarrieren zwischen den Einzugsgebieten der Flüsse beseitigt haben, eingeschleppt. Aufgrund der limnischen Barriere spielt der Faunen- und Florenaustausch über Kanäle für die deutsche Nordseeküste aber eine untergeordnete Rolle. Für diesen Bereich ist die Seeschifffahrt von entscheidender Bedeutung. Berechnungen zum Individueneintrag durch gelenztes Ballastwasser aus außereuropäischen Regionen in die Häfen an der deutschen Nordseeküste ergaben, dass hier täglich 2,7 Mio. Organismen freigesetzt werden. Trotz dieser enormen Zahl sind aber die Schiffsaußenhaut und die Ballastwassertanks von Seeschiffen als erfolgreiche Transportvektoren etwa gleichbedeutend. Die meisten freigesetzten Organismen werden jedoch anscheinend durch ungünstige Umweltbedingungen schnell eliminiert. Für die deutsche Ostseeküste ist die direkte Einschleppung mit der Seeschifffahrt unbedeutend. Hier stammen die gebietsfremden Arten entweder aus dem pontokaspischen Raum und sind über Kanäle größtenteils mit Binnenschiffen verschleppt worden oder wurden zuerst in den Nordseebereich eingeschleppt und verbreiteten sich von hier entweder über den Nordostseekanal oder mit Hilfe des natürlichen Vektors Wasserströmung.

Für das Auftreten gebietsfremder Arten in den Binnengewässern sind die Kanäle von maßgeblicher Bedeutung. Durch ihren Bau wird vielen vagilen Arten sowie Organismen, die durch die Schleppkraft des Wassers, durch Biovektoren (Vögel, Fische) oder durch Schiffe transportiert werden, eine Ausbreitung in fremde Gewässersysteme ermöglicht. Für das frühe und gehäufte Auftreten der Neozoa aus der pontokaspischen Region in Nordeuropa (z.B. die Wandermuschel Dreissena polymorpha) war v.a. die Eröffnung des Bug-Prypjat-Kanals in 1784, der das Dnieper-Pripet-System mit dem Flüssen Bug und Memel verbindet, von entscheidender Bedeutung. Seit der Eröffnung des Main-Donau-Kanals im Jahr 1992 werden in zunehmendem Maße pontokaspische Arten wie der Borstenwurm Hypania invalida und die Donauassel Jaera istri auch in Main und Rhein festgestellt. Ebenfalls konnten jetzt in der Donau erste Arten aus dem Rhein nachgewiesen werden.

Die meisten in die deutschen Binnengewässer eingeschleppten Arten besiedeln hier eine Vielzahl von verschiedenen Einzugsgebieten. Es handelt sich hierbei aber meistens nicht um mehrere unabhängige Neueinschleppungen. Durch den Ausbau der großen Flüsse zu Wasserstraßen (Begradigung, Uferbefestigung, Vertiefung) wurde die Strömungsgeschwindigkeit stark erhöht, wodurch die Arten heute ungehindert innerhalb kurzer Zeit über weite Strecken stromab verfrachtet werden können. Durch den zusätzlichen Bau verschiedener Kanäle, die die großen Flüsse innerhalb Deutschlands miteinander verbinden, können gebietsfremde Arten innerhalb weniger Jahre das gesamte Bundesgebiet besiedeln. Ein aktuelles Beispiel, das diese Verbreitung in beeindruckender Weise zeigt, ist der aus der Pontokaspis stammende Große Höckerflohkrebs Dikerogammarus villosus. Über den Main-Donau-Kanal erreichte diese Neozoe 1995 den Main und innerhalb von 5 Jahren hat dieser effektive Räuber alle großen Flüsse bis zur Oder erfolgreich erobert.

 

Gebietsfremde Arten und die aquatische Biodiversität

Im Gegensatz zu terrestrischen Ökosystemen, für die es erste viel versprechende differenzierte Analysen, Bewertungen und Handlungsvorschläge hinsichtlich gebietsfremder Arten gibt, fehlt Entsprechendes für den aquatischen Bereich fast vollständig. Biologische Invasionen in unsere Gewässer erfolgen größtenteils im Verborgenen und werden daher nur eingeschränkt wahrgenommen. Erste zielgerichtete Datenanalysen zeigen aber, dass unsere Gewässer teilweise schon in einem erheblichen Umfang von gebietsfremden Tierarten besiedelt werden (Bilder 1, 2 und 3B).

 

Bild 2: Abundanz der beiden in den letzten Jahren mit der Seeschifffahrt eingeschleppten nahverwandten Borstenwürmer aus der Gattung Marenzelleria in den verschiedenen Salinitätszonen im Weserästuar (aus Nehring & Leuchs 2001) (Anmerkung: Neueste taxonomische und genetische Untersuchungen belegen, dass es sich bei M. viridis um die Art M. neglecta handelt, bei M. wireni um die Art M. viridis).

 

Ungefähr jede zweite gebietsfremde Art, die sich in unseren Gewässern etabliert hat, hat sich bis heute erfolgreich über ein größeres Gebiet ausbreiten können. Ungefähr jede fünfte etablierte gebietsfremde Art in unseren Gewässern kann als invasiv im Sinne der Biodiversitätskonvention bezeichnet werden. Welche ökologischen Konsequenzen sich hieraus für die Biozönosen ergeben bzw. in welchem Maße die Biodiversität verändert wird, ist bisher nicht hinreichend analysiert bzw. verstanden. Grundsätzlich sollten nach den Forderungen der Biodiversitätskonvention biologische Invasionen begrenzt werden, wenn dies angebracht und möglich ist. Somit stellt sich die Frage, welchen Invasionen unter welchen Bedingungen wie zu begegnen ist. Hierfür werden differenzierte Einzelfallbewertungen benötigt, die, je nachdem welche Arten und Lebensräume betroffen sind, stark variieren können. Diese können im Einzelfall zur konsequenten Bekämpfung, aber auch zur Tolerierung oder sogar zur Förderung bestimmter Arten führen.

Bisher werden im aquatischen Bereich in Deutschland keine bzw. nur in Ausnahmefällen lokale Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt (ein Beispiel ist das offizielle Abfischen von Laich und Kaulquappen des Ochsenfrosches in Gewässern bei Karlsruhe). Im Allgemeinen werden die vorhandenen Neobiota einfach toleriert, vor allem Fische werden oftmals sogar gefördert. Ein interessantes Beispiel hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Biodiversität ist aktuell an der Nordseeküste zu beobachten: Bis in die 1920er Jahre waren Bänke der Europäischen Auster Ostrea edulis ein prägendes Strukturelement in dem an Hartsubstrat armen Wattenmeer. Über 100 von den ca. 350 Makrozoobenthos-Arten des Wattenmeeres waren mit der Europäischen Auster vergesellschaftet, was Karl Möbius den Begriff der »Biocoenosis oder Lebensgemeinde« entwickeln ließ. Durch jahrelange kommerzielle Übernutzung der Austernbänke kam es jedoch zu einem völligen Verschwinden dieses Biotoptyps. Versuche einer Wiederbelebung der Austernbänke schlugen wiederholt fehl. Seit Anfang der 1990er Jahre breitet sich nun hier die in einer Aquakulturanlage bei List auf Sylt gezüchtete Pazifische Auster (Crassostrea gigas) weiträumig aus und es scheinen sich aktuell erste natürliche Austernbänke zu bilden. Aus der Etablierung dieser gebietsfremden Art und der Reaktivierung des Wattenmeer typischen Biotops Austernbank könnte daher ein möglicher Gewinn für die Biodiversität des Wattenmeeres abgeleitet werden. Auf der anderen Seite werden durch pazifische Austern zunehmend natürliche Miesmuschelbänke besiedelt, wodurch ein Bestandsrückgang der Miesmuschel aktuell nicht auszuschließen ist. Welche genauen Auswirkungen die rasante Ausbreitung der pazifischen Auster auf die heimischen Lebensgemeinschaften besitzt ist bisher aber noch nicht hinreichend bekannt und wird zurzeit verstärkt untersucht.

 

Bild 3: Die pazifische Auster Crassostrea gigas.

A) Aquakultur mit der pazifischen Auster bei List / Sylt.

B) Im Wattenmeer bei List werden zunehmend Miesmuschelbänke durch freilebende pazifische Austern besiedelt.

C) Die pazifische Auster von Sylt als kommerzielle Delikatesse.

D) Für eine Bekämpfung der pazifischen Auster im Wattenmeer ist es zu spät - dann bleibt eben nur noch das 'Genießen' (Selbstversuch).

 

Es bleibt abschließend festzustellen, dass eine umfassende Bewertung zum Status der aquatischen Neobiota in Bezug auf Biodiversität aussteht. Hier sind dringend Expertise, umfassende Erkenntnisse und zielgerichtete Analysen notwendig.

Stefan Nehring, Koblenz im Mai 2005 (aktualisiert im Februar 2011)

 

 

Zitiervorschlag:

Nehring, S. (2011): Neozoa (Makrozoobenthos) in den deutschen Gewässern - Eine Einführung. - AeT umweltplanung Koblenz, http://www.neozoa.de

 

Sie interessieren sich für gebietsfremde Arten in unseren Gewässern und möchten mehr Informationen hierüber erhalten.

Dann bestehen für Sie hier zwei Möglichkeiten. Sie können sich gern direkt an mich wenden

          Dr. Stefan Nehring

          Bismarckstraße 19, 56068 Koblenz

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          www.stefannehring.de

 

und / oder Sie nutzen die im Nachfolgenden zum Download angebotenen wissenschaftlichen Aufsätze.

 

PUBLIKATIONEN

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Jahr

Titel

Zeitschrift

2010

Schwarze Liste invasiver Arten: Kriteriensystem und Schwarze Listen invasiver Fische für Deutschland und für Österreich. [6,4 MB]

BfN-Skripten 285: 185 S.

2010

Gebietsfremde Fische in Deutschland und Österreich und mögliche Auswirkungen des Klimawandels. [13,7 MB]

BfN-Skripten 279: 192 S.

2010

Risk assessment of aquatic invasive species introductions via European inland waterways. [4,5 MB]

In: Settele, J. et al. (Eds.), Atlas of Biodiversity Risk. Pensoft, Sofia: 140-143.

2010

First record of a fertilized female blue crab, Callinectes sapidus Rathbun, 1896 (Crustacea: Decapoda: Brachyura), from the German Wadden Sea and subsequent secondary prevention measures. [1,2 MB]

Aquatic Invasions 5: 215-218.

2009

Alien species. [0,9 MB] Wadden Sea Ecosystem 25(7): 1-28.

2009

Assessing the risks of aquatic species invasions via European inland waterways: From concepts to environmental indicators. ABSTRACT

Integrated Environmental Assessment and Management 5: 110-126.

2008

Gebietsfremde Arten in unseren Gewässern: Die Handlungsmaxime heißt Prävention.

Natur und Landschaft 83: 434-437.

2008

Schwarze Listen invasiver Arten - ein Instrument zur Risikobewertung für die Naturschutz-Praxis. [0,5 MB]

Natur und Landschaft 83: 418-424.

2008

Assessment of biocontamination of benthic macroinvertebrate communities in European inland waterways. [0,6 MB]

Aquatic Invasions 3: 211-230.

2008

Invasive alien plants in marine protected areas: the Spartina anglica affair in the European Wadden Sea. ABSTRACT

Biological Invasions 10: 937-950.

2008

Aquatic alien species in Germany - Listing system and options for action. [0,4 MB]

Neobiota 7: 19-33.

2008

The American blue crab Callinectes sapidus Rathbun on the German North Sea coast: Status quo and further perspectives. ABSTRACT

Senckenbergiana maritima 38: 39-44.

2007

Bio-Invasionen. [0,5 MB]

Meer & Küste Deutsche Ostsee 2007: 38-39.

2007

Waterways as invasion highways - Impacts of climate change and globalization. ABSTRACT

In: Nentwig, W. (Ed.), Biological invasions. Ecological Studies Vol. 193, Springer, Berlin: 59-74.

2006

National checklist for aquatic alien species in Germany. [0,5 MB]

Aquatic Invasions 1: 245-269.

2006

NOBANIS - Invasive Alien Species Fact Sheet - Spartina anglica. [0,7 MB]

Online Database of the North European and Baltic Network on Invasive Alien Species - NOBANIS www.nobanis.org: 12 S.

2006

The common cord-grass Spartina anglica: An invasive alien species in the Wadden Sea National Park. [0,2 MB]

Verhandlungen der Gesellschaft für Ökologie 36: 333.

2006

NOBANIS - Invasive Alien Species Fact Sheet - Crassostrea gigas. [0,2 MB]

Online Database of the North European and Baltic Network on Invasive Alien Species - NOBANIS www.nobanis.org: 13 S.

2006

The Ponto-Caspian amphipod Obesogammarus obesus (Sars, 1894) arrived the Rhine River via the Main-Danube Canal. [1,1 MB]

Aquatic Invasions 1: 148-153.

2006

Four arguments why so many alien species settle into estuaries, with special reference to the German river Elbe. ABSTRACT

Helgoland Marine Research 60: 127-134.

2005

Alien species in the Wadden Sea - A challenge to act. [0,2 MB]

Wadden Sea Newsletter 31: 13-16

2005

International shipping - A risk for aquatic biodiversity in Germany. [0,6 MB]

Neobiota 6: 125-143.

2005

Alien species - Glossary of key terms. [0,1 MB]

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2003

Alien species in the North Sea: invasion success and climate warming. [2,3 MB]

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2003

Gebietsfremde Arten in den deutschen Gewässern - ein Risiko für die Biodiversität. [0,7 MB]

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2003

Pacific oysters in the European Wadden Sea: An irreversible impact in a highly protected ecosystem. [0,2 MB]

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2003

Einnischung exotischer und wärmeliebender Arten. [0,7 MB]

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2003

Estuaries: The habitat for alien macroinvertebrates in German coastal waters. [0,8 MB]

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2002

Biological invasions into German waters: an evaluation of the importance of different human-mediated vectors for nonindigenous macrozoobenthic species. ABSTRACT

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After the TBT era: Alternative anti-fouling paints and their ecological risks. ABSTRACT

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2001

Ästuare: Das Habitat für eingeschleppte Makroinvertebraten. [0,3 MB]

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2001

Das BfG-Ästuarmonitoring Makrozoobenthos in Eider, Elbe, Ems, Jade und Weser.

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2001

Antifouling oder Bioinvasion: Das TBT-Dilemma. ABSTRACT

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2001

Estuaries as a habitat: On the status of introduced macroinvertebrates on the German North and Baltic Sea coast. [0,3 MB]

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Neozoen im Makrozoobenthos der deutschen Ostseeküste.

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2000

Neozoen im Makrozoobenthos der Brackgewässer an der deutschen Nordseeküste. [0,5 MB]

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2000

Zur Bestandssituation von Rhithropanopeus harrisii (Gould, 1841) in deutschen Gewässern: die sukzessive Ausbreitung eines amerikanischen Neozoons (Crustacea: Decapoda: Panopeidae). ABSTRACT

Senckenbergiana maritima 30: 115-122.

2000

Öko-Problem TBT-Alternativen.

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2000

Ballastwasser und seine ökologischen Auswirkungen.

Schiff & Hafen 5/2000: 17-20.

2000

Biodiversität und Naturschutz in aquatischen Systemen - zum Status eingeschleppter Tierarten. ABSTRACT

Wasser & Boden 52 (1/2): 23-26.

1999

Zur Rolle der Seeschifffahrt bei der Einschleppung fremder Tierarten (Makrozoobenthos) in deutsche Gewässer.

In: Gesellschaft für angewandten Umweltschutz und Sicherheit im Seeverkehr (Hrsg.), Umweltaspekte der Seeschifffahrt. GAUSS Forum, Bremen: 101-110.

1999

Estuaries and brackish waters. [0,4 MB]

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1999

Oyster beds and Sabellaria reefs. [0,4 MB]

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1999

Biocoenotic signals in the pelagial of the Wadden Sea: The possible biological effects of climate change.

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1999

Introduced macrozoobenthic species at the German North Sea coast - A review.

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1999

Neozoa (Makrozoobenthos) an der deutschen Nordseeküste - Eine Übersicht.

Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, Bericht BfG-1200: 131 S.

1999

Rhithropanopeus harrisii (Gould 1841) (Crustacea: Decapoda) - ein amerikanisches Neozoon im Elbeästuar. [0,2 MB]

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1998

Non-indigenous phytoplankton species in the North Sea: supposed region of origin and possible transport vector. ABSTRACT

Archive of Fisheries and Marine Research 46: 181-194.

1998

Establishment of thermophilic phytoplankton species in the North Sea - biological indicators of climatic changes? ABSTRACT

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1998

'Natural' processes in the Wadden Sea - challenging the concept of 'an intact ecosystem'. [0,5 MB]

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Dinoflagellate resting cysts in recent sediments of the Western Baltic as indicators for the occurrence of "non-indigenous" species in the water column.  [1,5 MB]

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First living Alexandrium minutum resting cysts in Western Baltic.  [0,4 MB]

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1994

Scrippsiella spp. resting cysts from the German Bight (North Sea): A tool for more complete check-lists of dinoflagellates.

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